25 September, 2026 7 min lesen.
Kollagen begegnet uns heute auf Pulvern, Kapseln, Drinks und zahlreichen Beauty-Produkten. Dabei ist Kollagen keineswegs eine moderne Erfindung der Nahrungsergänzung: Es ist ein körpereigenes Protein und natürlicher Bestandteil verschiedener Gewebe.
Interessant wird das Thema, sobald Begriffe wieKollagenpeptide, Kollagenhydrolysat, Typ I, Typ II, Typ III oder marines Kollagen auftauchen. Was bedeuten sie? Woher stammt Kollagen in Nahrungsergänzungsmitteln? Und warum wird Vitamin C so häufig zusammen mit Kollagen genannt?
Dieser Ratgeber hilft dabei, die wichtigsten Begriffe einzuordnen und Kollagenprodukte anhand ihrer tatsächlichen Zusammensetzung zu vergleichen.
Kollagen ist ein körpereigenes Strukturprotein und Bestandteil verschiedener Gewebe wie Haut, Knochen, Knorpel und Sehnen. Der Körper stellt Kollagen selbst aus Aminosäuren her. In Nahrungsergänzungsmitteln wird häufig hydrolysiertes Kollagen verwendet, das aus kleineren Proteinfragmenten – sogenannten Kollagenpeptiden – besteht.
Kollagen wird häufig zuerst mit Haut und Beauty in Verbindung gebracht. Das beschreibt jedoch nur einen Teil seiner Bedeutung.
Es gehört zu den Strukturproteinen des menschlichen Körpers und kommt in unterschiedlichen Geweben vor. Dazu zählen beispielsweise Haut, Knochen, Knorpel, Sehnen und Bänder.
Kollagen besteht wie andere Proteine aus Aminosäuren. Besonders charakteristisch sind unter anderemGlycin, Prolin und Hydroxyprolin.
Seine genaue Struktur unterscheidet sich je nach Kollagentyp und Gewebe. Deshalb ist „Kollagen“ eigentlich ein Sammelbegriff für eine ganze Familie verwandter Proteine.
Unser Körper ist nicht darauf angewiesen, fertiges Kollagen aus Nahrungsergänzungsmitteln aufzunehmen. Er kann Kollagen selbst bilden.
Dafür werden Aminosäuren benötigt, die der Körper teilweise selbst bereitstellen und teilweise über Proteine aus der Ernährung erhalten kann. Aus diesen Bausteinen entstehen über mehrere biochemische Schritte neue Kollagenstrukturen.
Dabei spielt auchVitamin C eine Rolle.
Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion von Haut, Knochen, Knorpel, Zähnen und Blutgefäßen bei.
Genau deshalb begegnet Vitamin C einem so häufig im Zusammenhang mit Kollagen – und ist auch Bestandteil verschiedener Kombinationsprodukte.
Es gibt zahlreiche Kollagentypen. Für Verbraucher sind insbesondereTyp I, Typ II und Typ III bekannt.
Typ I gehört zu den häufig vorkommenden Kollagenformen. Es ist unter anderem Bestandteil von Haut, Knochen und Sehnen.
Typ II wird vor allem mit Knorpelgewebe in Verbindung gebracht und besitzt eine andere Struktur und Verteilung als Typ I.
Typ III kommt in verschiedenen Geweben vor und findet sich häufig gemeinsam mit Kollagen Typ I.
Die Typangabe kann dabei helfen, die Herkunft beziehungsweise Zusammensetzung eines Kollagenrohstoffs besser zu verstehen.
Sie sollte allerdings nicht als Wirkversprechen interpretiert werden. Aus „Typ I“ oder „Typ II“ allein lässt sich nicht ableiten, welche Wirkung ein konkretes Nahrungsergänzungsmittel beim Menschen haben wird.
Auf vielen Produkten findet man nicht einfach nur die Bezeichnung Kollagen, sondern Begriffe wiehydrolysiertes Kollagen, Kollagenhydrolysat oder Kollagenpeptide.
Dahinter steckt ein vergleichsweise einfaches Prinzip.
Kollagen besteht ursprünglich aus großen Proteinstrukturen. Bei der sogenanntenHydrolyse werden diese Strukturen in kleinere Proteinfragmente zerlegt. Diese kleineren Fragmente werden als Peptide bezeichnet.
Vereinfacht dargestellt:
Kollagenprotein → Hydrolyse → kleinere Proteinfragmente → Kollagenpeptide
Deshalb sind „Kollagenhydrolysat“ und „Kollagenpeptide“ eng miteinander verbunden.
Für den Produktvergleich ist trotzdem ein Blick auf die vollständige Deklaration sinnvoll. Die Bezeichnung „Kollagenpeptide“ allein sagt beispielsweise noch nicht,wie viel Kollagen eine Tagesportion enthält oder aus welcher Quelle es stammt.
Da natürliches Kollagen ein tierisches Protein ist, stammen klassische Kollagenrohstoffe aus tierischen Quellen.
Je nach Produkt können unterschiedliche Ausgangsmaterialien verwendet werden.
Rinderkollagen wird aus kollagenhaltigen Bestandteilen vom Rind gewonnen. Entsprechende Hydrolysate können insbesondere Kollagen der Typen I und III enthalten.
Als marines Kollagen bezeichnet man Kollagen aus marinen Quellen, insbesondere Fisch.
Auch hier können kollagenhaltige Bestandteile wie Fischhaut als Ausgangsmaterial dienen.
Kollagen kann auch aus anderen tierischen Quellen gewonnen werden. Welche Quelle verwendet wurde, sollte aus der Zutatenliste beziehungsweise den Produktinformationen hervorgehen.
Die Herkunft ist insbesondere für Menschen relevant, die bestimmte tierische Bestandteile aus persönlichen, ernährungsbezogenen oder religiösen Gründen vermeiden möchten.
Das ist eine der interessantesten Fragen rund um Kollagen.
Natürliches Kollagen ist nicht vegan, denn Kollagen ist ein Strukturprotein von Menschen und Tieren. Pflanzen produzieren kein natürliches Kollagen.
Trotzdem findet man Produkte mit Bezeichnungen wie „veganer Kollagen-Komplex“, „Collagen Support“ oder ähnlichen Formulierungen.
Dabei lohnt sich ein genauer Blick auf die Zutaten.
Solche Produkte können beispielsweise Aminosäuren, Vitamin C oder andere Nährstoffe enthalten. Sie sind aber nicht automatisch mit tierischem Kollagen oder Kollagenpeptiden gleichzusetzen.
Gerade bei dieser Produktgruppe zeigt sich, warum die Zutatenliste häufig informativer ist als der große Produktname auf der Vorderseite.
Ja. Da Kollagen natürlicherweise in tierischem Bindegewebe vorkommt, können entsprechende Lebensmittel Kollagen enthalten.
Bindegewebsreiche Fleischstücke, Haut und bestimmte andere tierische Bestandteile sind Beispiele dafür.
AuchGelatine steht in direktem Zusammenhang mit Kollagen. Sie entsteht aus Kollagen durch Verarbeitung und wird beispielsweise in verschiedenen Lebensmitteln verwendet.
Pflanzliche Lebensmittel liefern dagegen kein Kollagen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass nur kollagenhaltige Lebensmittel für die körpereigene Kollagenbildung von Bedeutung sind. Der Körper benötigt für die Proteinsynthese unterschiedliche Bausteine und Nährstoffe aus der gesamten Ernährung.
Vitamin C verdient beim Thema Kollagen einen eigenen Abschnitt, weil hier häufig zwei Dinge miteinander vermischt werden: die Aufnahme von Kollagen und diekörpereigene Kollagenbildung.
Vitamin C besitzt eine klar definierte Funktion bei Letzterer.
Es trägt unter anderem zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion derHaut bei. Gleiches gilt für die normale Funktion vonKnochen und Knorpel.
Vitamin C trägt außerdem zur normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion von Blutgefäßen, Zähnen und Zahnfleisch bei.
Das erklärt, warum Vitamin C in vielen Kollagenrezepturen enthalten ist.
Es bedeutet jedoch nicht, dass Vitamin C selbst Kollagen ist. Ebenso sollte aus dem Vitamin-C-Health-Claim nicht automatisch eine zusätzliche Wirkung eines beliebigen Kollagenprodukts abgeleitet werden.
Kollagen wird in unterschiedlichen Darreichungsformen angeboten. Dabei unterscheiden sich die Produkte nicht nur in der Anwendung, sondern häufig auch deutlich in ihrer Zusammensetzung und der Kollagenmenge pro Tagesportion.
Kollagenpulver lässt sich beispielsweise in Getränke oder Speisen einrühren. Ein reines Pulver kann eine interessante Wahl sein, wenn eine möglichst einfache Rezeptur ohne zahlreiche weitere Inhaltsstoffe gewünscht ist.
Kapseln sind bereits portioniert und lassen sich ohne Anrühren einnehmen. Aufgrund der begrenzten Kapselgröße können sich die enthaltenen Kollagenmengen allerdings deutlich von denen eines Pulvers oder flüssigen Produkts unterscheiden.
Flüssige Kollagenprodukte werden direkt als abgemessene Portion eingenommen und kombinieren Kollagen je nach Rezeptur häufig mit weiteren Inhaltsstoffen.
Welche Darreichungsform infrage kommt, hängt deshalb weniger von einem pauschalen „besser oder schlechter“ ab. Aussagekräftiger ist die Frage:Wie viel Kollagen enthält die Tagesportion, aus welcher Quelle stammt es und welche weiteren Inhaltsstoffe sind enthalten?
Wie unterschiedlich Kollagenprodukte aufgebaut sein können, zeigt bereits ein Blick auf drei Rezepturen aus unserem Sortiment.
DasKollagen Hydrolysat Pulver besteht ausschließlich aus Kollagenhydrolysat vom Rind. Eine Tagesportion von 15 g liefert 15 g Kollagenhydrolysat. Durch den neutralen Geschmack lässt sich das Pulver beispielsweise mit Getränken oder Speisen kombinieren.
DasPremium Kollagenhydrolysat PLUS kombiniert dagegen 900 mg Kollagenhydrolysat vom Rind pro Tagesportion mit 100 mg Hyaluronsäure, Granatapfel-Extrakt sowie ausgewählten Vitaminen und Mineralstoffen. Die Tagesportion besteht aus zwei Kapseln.
Eine weitere Variante sind dieKollagen Vital PLUS+ Shots. Eine Tagesportion von 15 ml enthält 6.000 mg hydrolysiertes Rinderkollagen der Typen I und III. Hinzu kommen unter anderem Hyaluronsäure, Silicium und Vitamin C.
Die Beispiele zeigen, warum sich Kollagenprodukte nicht sinnvoll allein anhand ihrer Darreichungsform vergleichen lassen. Ein reines Kollagenpulver, eine Kapselrezeptur mit zusätzlichen Mikronährstoffen und ein flüssiges Kombinationsprodukt verfolgen unterschiedliche Rezepturkonzepte.
Bei Kollagenprodukten lohnt es sich, die Vorderseite der Verpackung für einen Moment zu ignorieren und stattdessen die Produktdeklaration zu lesen.
Nicht die Packungsgröße, sondern die Menge pro empfohlener Tagesportion ermöglicht einen sinnvollen Vergleich.
Gerade unterschiedliche Darreichungsformen zeigen, wie groß die Unterschiede sein können: Eine Tagesportion kann je nach Rezeptur beispielsweise weniger als ein Gramm oder mehrere Gramm Kollagen enthalten.
Bezeichnungen wie Kollagenhydrolysat oder Kollagenpeptide geben Hinweise auf die Form beziehungsweise Verarbeitung des enthaltenen Kollagens.
Auch die Kollagenquelle kann unterschiedlich sein. In unserem Sortiment finden sich beispielsweise Produkte mit Kollagen vom Rind sowie Rezepturen auf Basis von Fischkollagen.
Wer bestimmte tierische Quellen vermeiden möchte, sollte diesen Punkt auf der Zutatenliste besonders beachten.
Manche Produkte bestehen nahezu ausschließlich aus Kollagen. Andere kombinieren Kollagen beispielsweise mit Vitamin C, Hyaluronsäure, Vitaminen, Mineralstoffen oder weiteren Bestandteilen.
Das bedeutet nicht automatisch, dass eine komplexere Rezeptur besser ist. Entscheidend ist vielmehr, welche Zusammensetzung gesucht wird.
Auch die Anwendung unterscheidet sich. Pulver werden angerührt oder Lebensmitteln zugesetzt, Kapseln mit Flüssigkeit eingenommen und flüssige Produkte als abgemessene Portion verwendet.
Die passende Darreichungsform ist deshalb auch eine Frage der persönlichen Routine.
Ja. Kollagen gehört zu den Proteinen. Es besteht aus Aminosäuren und ist ein körpereigenes Strukturprotein.
Kollagenpeptide sind kleinere Proteinfragmente, die durch die Hydrolyse größerer Kollagenstrukturen entstehen.
Bei hydrolysiertem Kollagen wurde das ursprüngliche Kollagenprotein mithilfe eines Hydrolyseprozesses in kleinere Peptide aufgespalten. Deshalb werden auch die Begriffe Kollagenhydrolysat und Kollagenpeptide verwendet.
Es handelt sich um unterschiedliche Kollagentypen. Typ I kommt unter anderem in Haut, Knochen und Sehnen vor, während Typ II insbesondere Bestandteil von Knorpel ist.
Nein. Natürliches Kollagen ist ein tierisches Protein. Pflanzen enthalten kein Kollagen.
Klassisches Kollagen aus tierischen Quellen ist nicht vegan. Bei Produkten, die mit Begriffen wie „veganer Kollagen-Komplex“ beworben werden, sollte die Zutatenliste geprüft werden, da sie üblicherweise kein klassisches tierisches Kollagen enthalten.
Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion unter anderem von Haut, Knochen und Knorpel bei.
Ja. Der menschliche Körper bildet Kollagen selbst aus Aminosäuren. Für die normale Kollagenbildung sind außerdem weitere Nährstoffe wie Vitamin C relevant.
Kollagen ist weit mehr als ein Begriff aus der Beauty-Welt. Es handelt sich um einkörpereigenes Strukturprotein, das in unterschiedlichen Geweben vorkommt und vom Körper selbst hergestellt wird.
Bezeichnungen wie Typ I, Typ II, Kollagenhydrolysat oder Kollagenpeptide beschreiben unterschiedliche Eigenschaften beziehungsweise Formen von Kollagen. Sie helfen dabei, Produkte besser zu verstehen, sollten aber nicht mit automatischen Wirkversprechen gleichgesetzt werden.
Wer Kollagenprodukte vergleichen möchte, findet die aussagekräftigsten Informationen meist nicht auf der Vorderseite der Verpackung, sondern in der Deklaration:Quelle, Kollagenform, Menge pro Tagesportion, weitere Inhaltsstoffe und Verzehrempfehlung.
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